Typische Situationen, in denen wir helfen
- Frisch operiertes vorderes Kreuzband (VKB-Plastik, Semitendinosus- oder Patellarsehnentransplantat)
- Konservative Behandlung ohne OP – Stabilisierung über Muskulatur und Ansteuerung
- Streckdefizit, Schwellung oder „totes Bein"-Gefühl in den ersten Wochen
- Kraftseitendifferenz und Angst vor Belastung Monate nach der OP
- Unsicherheit, wann Laufen, Sprünge, Zweikampf und Wettkampf wieder erlaubt sind
- Bereits abgeschlossene Reha, aber kein Vertrauen ins Knie
Hintergrund
Warum Kreuzband-Rehas oft zu früh enden
Rezeptende ist kein Reha-Ende
Sechs oder zwölf Verordnungseinheiten decken die frühe Phase ab. Der Kraftaufbau, der die Re-Ruptur verhindert, beginnt aber erst danach – hier bricht die klassische Versorgung meistens ab.
Kraftdefizite bleiben unsichtbar
Ohne Messung fühlt sich ein Bein mit 25 % weniger Quadrizepskraft „normal" an. Erst Diagnostik macht die Seitendifferenz sichtbar – der wichtigste Risikofaktor für eine erneute Verletzung.
Zeit statt Kriterien
„Nach neun Monaten darfst du wieder" ist kein Kriterium. Freigabe braucht Kraftwerte, Sprung-Symmetrie, Landemechanik und psychologische Bereitschaft.
Unser Vorgehen
Deine Reha in vier Phasen – definiert durch Marker, nicht durch Wochen
Jede Phase hat Eintrittskriterien. Du gehst weiter, wenn du sie erfüllst – nicht wenn der Kalender es sagt.
Phase 1 · Akut & Mobilisation
Schmerzfreiheit · volle Streckung · schmerzfreier Gang
Schwellungsmanagement, Beweglichkeit, Aktivierung des Quadrizeps (auch über EMG-Biofeedback), Gangschulung mit und ohne Stützen. Eintritt: postoperativ oder direkt nach Diagnose. Austritt: volle passive Streckung, schmerzfreier 180°-Gang ohne Hinken.
Phase 2 · Kraft & Kontrolle
Symmetrische Kraft · stabile Einbeinstand · laufmechanisch sauber
Progressiver Kraftaufbau an den Geräten, einbeinige Kontrolle, Rumpf- und Hüftstabilität, erste Belastung in der geschlossenen Kette. Eintritt: volle Streckung & schmerzfreier Gang. Austritt: Quadrizeps-Seitendifferenz < 25 %, sauberer Einbein-Squat, pain-free Jogging.
Phase 3 · Belastbarkeit & Laufaufbau
Kraftsymmetrie < 10 % · plyometrisch kontrolliert · laufend belastbar
Heavy Slow Resistance, Laufaufbau nach Kriterien, plyometrische Progression, Landetechnik und Richtungswechsel in kontrollierter Umgebung. Austritt: Kraftdifferenz < 10 %, symmetrische Countermovement- und Drop-Jump-Landung, 30-min-Lauf ohne Reaktion.
Phase 4 · Return-to-Sport
Kriterienbasierte Freigabe
Testbatterie im Performance Lab: isometrische/isokinetische Kraft, Hop-Test-Serie (LSI > 90 %), Sprungsymmetrie, sportartspezifische Belastung, ACL-RSI-Fragebogen. Freigabe erst bei Erfüllung aller Testkriterien.
Bausteine
Womit wir arbeiten
Performance Lab
EMG, Kraft- und Sprungdiagnostik: Wir messen Defizite statt sie zu schätzen.
Krankengymnastik am Gerät
Progressiver Kraftaufbau an medizinischen Geräten – der Hebel für dauerhafte Belastbarkeit.
Manuelle Therapie
Gelenk- und Gewebetechniken, um Beweglichkeit und Schmerzmodulation schnell zu verbessern.
Sportphysiotherapie
Return-to-Sport auf Profi-Niveau – aus der Bundesliga-Praxis in deine Reha übertragen.
Recovery Suite
Kompression, Kälte & Regeneration zur Unterstützung zwischen den Belastungen.
Training
Betreutes Athletik- und Aufbautraining nach Abschluss der Reha.
Worauf wir uns stützen
- Kriterienbasierte Freigabe senkt das Re-Rupturrisiko deutlich gegenüber rein zeitbasierten Entscheidungen (Grindem et al., BJSM 2016).
- Eine Quadrizeps-Seitendifferenz von unter 10 % gilt als zentrales Freigabekriterium; jede zusätzliche Verzögerung der Freigabe bis zur Erfüllung aller Kriterien senkt das Risiko weiter.
- Psychologische Bereitschaft (ACL-RSI) sagt die Rückkehr in den Wettkampfsport unabhängig von der reinen Kraft voraus.
- Hop-Test-Symmetrie > 90 % und eine normierte Landemechanik sind international etablierte Return-to-Sport-Marker (van Melick et al., BJSM 2016; Webster & Hewett, JOSPT 2019).
FAQ
